Mittwoch, 25. Juni 2014

Happy Birthday

Ich nähe ja meistens für meine Tochter. Und diesen einen Stoff wollte sie unbedingt vernäht haben.

Und sie hat Geburtstag. Und sie will fast ausschliesslich Röckli anziehen. Und ich hatte extra für sie schönen Stoff mit "brillant" gekauft.
Schon lange wollte ich ausserdem Feliz ausprobieren. Wieder einmal ein Schnitt der toll mitwächst.
 Happy Birthay meine liebe kleine grosse Maus!


Ach, das Kleidchen hat mich wieder Mal ein paar Nerven gekostet. Nachdem das halbfertige Röckli wirklich sehr eng sass und auch überhaupt nicht übereinstimmte mit den Massangaben in der Anleitung, ging ich auf Fehlersuche. Ja, doof auch, wenn man die Seitenteile und die Bänder einfach statt im Bruch zuschneidet.

Da ich ja nun ganz viele, afrikanische Stoffe lagernd habe, sind da noch einige farbenfrohe Projekte geplant. Aber mist, mein Tag hat nur 24 Stunden.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Gekäst

Heute geht es mal nur ganz am Rande um ein Stücklein Stoff.
Ja, nach einem Monat sind die Maschinchen immer noch verpackt im Karton... und auch nicht die einzigen Kartons, die hier so herum stehen... 

Aber, wir haben trotzdem was tolles produziert:
Paneer (sprich: Panir)
Indischer Käse

Nachdem Tochter beim kalten Znacht gefragt hat, wo der Käse her kommt (eigentlich fragt sie einfach bei allem, von welchem Tier es ist), haben wir entschieden, zusammen mal zu schauen, wie man Käse herstellt. Und ich habe schnell rausgefunden, dass man dafür nicht in die Käserei gehen muss, sondern nur ein bisschen Zeit braucht.

Wir haben also Vollmilch (möglichst hoher Fettanteil) und Zitronen eingekauft. 

Ich hab eine Mullwindel herausgesucht (jeder Haushalt mit Kindern führt so was) und schon ging's los:
Zitrone auspressen geht auch mit Kinderhänden, mit der Kraft für den letzten Tropfen muss man noch etwas nachhelfen.

Dann wurde die erhitzte (nicht kochende) Milch kräftig gerührt. 

Und das Tolle für Kinder: der Zitronensaft (man kann auch Joghurt oder Essig nehmen) wird "löffelweise" zugegeben. Welches Kind "löffelt" nicht gern? Irgendwann ist dann der Käse ausgeflockt 

und man konnte ihn über dem Tuch/Löcherbecken sammeln und abtropfen lassen. 

Richtigerweise würde man den Käse dann noch etwas pressen. Das hab ich aus Ungeduld im Tuch von Hand gemacht (Vorsicht: heiss!), aber man kann auch eine Schüssel mit Wasser drauf stellen (noch im Tuch und Sieb liegend). So wird restliche Flüssigkeit rausgepresst und der Paneer kriegt eine festere Konsistenz. Man kann von dem Käse sofort probieren, ihn aber im Kühlschrank auch gut eine Woche aufbewahren. Verwenden als Frischkäse, in indischen oder anderen Gerichten. 

Aus der Molke die übrig blieb, habe ich dann gleich noch Molke-Natron-Brötchen gebacken. Die schmecken leicht käsig-milchig und waren trotzdem lecker mit einem Stück Schokolade zum Zvieri. Die sind auch so schnell gemacht, das lohnt sich allemal statt die Molke weg zu schütten.

Aus der Molke kann man auch sonst noch so allerhand machen (Gesundheitsdrink, Molkebad, etc.), oder sie grad pur trinken. Das soll gesund sein ;-) 

Dienstag, 29. April 2014

Lebenszeichen

Hier ist nicht viel los, aber ich bin noch (wieder) da... der Umzug hat geklappt, meine Nähsachen sind hier. Nur das Bügeleisen ist noch nicht aufgetaucht, und ohne das will ich mich nicht so recht wagen.
Und es stehen noch harte Verhandlungen an: ich muss mit meinem Mann ausmachen, wo in unserer 3.5-Zimmer Wohnung meine Nähmaschinen stehen dürfen. Jetzt sieht es nämlich noch so aus: (die Ovi steht auf dem Schrank, und ja, ich gebe es zu, es hat nicht alles in einen Schrank rein gepasst)


Vermutlich werden dann eh als erstes Vorhänge für die neue Wohnung genäht. Ganz unspektakulär.

Freitag, 21. März 2014

Bilder zum Stoffmarkt

Um euch eine Idee zu vermitteln habe ich den größten Teil einer Boutique abfotografiert.  

Farben und Muster ohne Ende


zuoberst die Stoffe mit "brillant", Gold 
oder Silber glänzender Farbe.


echter Batik

Montag, 17. März 2014

Stoffmarkt

Da sich einige bei mir gemeldet hatten, dass sie gerne afrikanischen Stoff oder ein « Kanga » aus Afrika hätten, musste ich also Stoff einkaufen gehen. Der « Kanga » heisst hier übrigens auf französisch « Pagne ». Frauen wickeln sich das Stoffstück um die Hüfte, Mütter tragen damit ihre Babys auf dem Rücken, man deckt sich damit zu, usw… und der Kanga (lässt sich deutsch einfacher aussprechen als Pagne) gibt es natürlich in allen möglichen Farben und Mustern.
Da ich Grosseinkauf machte, gingen wir da hin, wo der Stoff in ganzen (12 yards) oder halben (6 yards)Stücken verkauft wird. Die Preise sind je nach Qualität relativ fix, manchmal kann man jedoch verhandeln.
Sofort habe ich diese tollen Sterne-Stoffe erkannt, von denen ich sicher war, dass man sie lieben würde.

Ein paar weitere im Mix.

Beim nächsten Einkauf kommen hoffentlich noch echte Batikstoffe in verschiedenen Farben hinzu (falls wir den Stand nach 3 Jahren wiederfinden) und  bereits ein paar Nachbestellungen besonders begehrter Stoffe.

Sonntag, 16. März 2014

Lernen und lehren

Ich lerne hier sehr viel. Zum Beispiel, dass ein einziger Zierstich völlig ausreicht, um aus einem gewöhnlichen Kleidungsstück was Besonderes zu machen. Dass man auch in ein eher enges Oberteil aus fester Baumwolle ohne Verschluss reinkommt. Und noch so einiges.
Aber eigentlich möchte ich hier auch mein Wissen mit anderen teilen. Bei uns wohnt ein 18jähriges Mädchen, welches mich im Haushalt unterstützt (wir haben keine Waschmaschine, keinen Staubsauger oder ähnliche « Helfer »). Da sie einverstanden war, zeige ich ihr ein bisschen davon, was ich so an der Nähmaschine kann.
Beim Stoffkauf hat ihr einer besonders gefallen und sie wollte gern davon ein Kleid haben. Sie hat mir Oberteile von sich gebracht und wir haben davon den Schnitt abgenommen, aber Raglanärmel gemacht. Das habe ich mir hier abgeschaut. Schon beim Zuschneiden kam sie an ihre Grenzen. Sie spricht gut französisch und versteht meine Instruktionen meist gut. Aber wenn man nie wirklich das Schneiden mit einer Schere lernt (wie wir das schon im Kindergarten oder vorher tun), wird es später nicht einfacher . Obwohl alles mit Kreide vorgezeichnet, musste ich nachher alle Teile nachschneiden. Zum Glück hab ich ihr vorher gesagt, sie soll lieber zuviel dran lassen als zuwenig. Und ein Raglanshirt hat ja auch nicht so viele Teile. Als Übung hab ich mir gedacht, nähen wir noch eine kleine Tasche vorn auf das Shirt, für Kleingeld, Schlüssel, o.ä. damit sie nicht gleich am Oberteil ihre ersten Nähte machen muss. Sie hat dann erst Mal auf Reststücken noch etwas weitergeübt und ich hab das Oberteil fertig gemacht. Und ich habe Freude, dass der so einfache Zierstich das Teil so aufwertet.


Am « Pagne » (ich weiss nicht recht wie ich das übersetzen soll. Es ist ein rechteckiges Stück Stoff das wie ein Wickeljupe um die Hüften gewickelt wird oder z.B. auch zum Babytragen verwedet wird) hat sie dann selbst den Saum mit dem Zierstich umgenäht. Inzwischen geht es besser und sie bremst den Stoffnicht mehr so stark aus, um « auf der Linie » zu bleiben. Und sie hat gleich ein zweites Pagne gebracht mit ungesäumten Kanten … damit hab ich sie dann allein machen lassen. Auch bügeln ist neu für sie. Natürlich sieht alles noch nicht perfekt aus, aber doch tragbar. Und wenn jemand kommt, erklärt sie stolz, wie die Nähmaschine funktioniert.

Montag, 10. März 2014

klein anfangen

Selber Schnittmuster erstellen ist ja schon zeitaufwändig. Dafür ist jetzt Lea (oder wie sie gerade heißt) neu eingekleidet. Die Arme musste bis jetzt die ganze Zeit einen Fleeceanzug tragen. Zum Glück hab ich meine KAM Zange eingepackt. Sieht doch schick aus oder nicht?