Montag, 8. September 2014

ein bisschen Enttäuschung

Mir war sofort klar, dieses Schnittmuster brauche ich für meine afrikanischen Stoffe.
Ein kinderfreies Wochenende zwischen tausenden von Taschentüchern hat die Umsetzung ermöglicht.
Am nächsten Tag dann die Ernüchterung. Meine Tochter würdigt den Rock keines Blickes. Und als es ums anprobieren geht (auch nicht nur kurz zum gucken) gibt's ein riesen Drama. Falsche Farbe. Es ist nicht rosa. Und so weiter. Nach etwas Überredungskunst (Tellerröcke drehen so schön) konnte ich doch etwas fotografisch festhalten:


Nun, eine Woche später; endlich habe ich rausgefunden, was das Problem ist. Das Röckli hat, Zitat: keine weissen Punkte. Keine glitzernden weissen Punkte.
Wir haben uns also auf weisse, glitzernde Sterne geeinigt.

Sonntag, 7. September 2014

Räge-, Rägetröpfli

Wie wir alle wissen, hat es diesen Sommer nur einmal geregnet. Von Mitte Juli bis Mitte August.
Eigentlich war dieses Projekt auf den Herbst geplant, aber ich habe unter diesen Umständen umdisponiert.
Ein Regencape das mir ein bisschen Kopfzerbrechen beschert hat. Es ist auch beim Nähen gut, wenn man immer einen Plan B hat.
Die Plastikfolie machte mir etwas Sorgen. Ich hatte Angst, sie würde an den Nähten reissen. Zusätzlich hatte ich seit langem mal für diesen Zweck ein Band gekauft, was Nähte wasserdicht machen sollte. Nun, da hatte ich nicht eingerechnet, dass diese Plastikfolie überhaupt nicht gebügelt werden sollte. Das Band liess sich mit Müh und Not anbügeln, aber vor Ende Naht war bereits Ende Band. Macht nichts, dachte ich mir, das wird schon gehen.
Das war der Härtetest:

Testresultat: Total durchnässtes und frierendes Kind (bei dem Test kamen keine Personen zu Schaden ;-) )
Die Lösung: Seamgrip. Es ist eine grausame Schmiererei und nicht weniger zeitraubend als das Nahtband aufbügeln. Aber mir scheint das erste Resultat bezüglich Funktionalität eindeutig besser. Vielleicht werde ich mit mehr Übung auch besser im Nähte abdichten...

Samstag, 6. September 2014

Der passende Sonnenhut

Seit ihrem Geburtstag wird hier fast jeden Tag dasselbe angezogen. Im Wechsel mit dem Geburtstags-Röckli vom letzten Jahr, was auch immer noch absoluter Favorit ist (inzwischen wurde schon einemal eine Naht geflickt, eine weitere ging auf da sie inzwischen eigentlich zu gross dafür ist und hinten hat es ein beachtliches Loch... aber keine Chance es auszumustern). Ein kleiner Trost, wenn andere Nähprojekte verweigert werden.
Nun hat sich wieder mal herausgestellt, dass sie für einen normalen Sonnenhut einfach zuviele Haare hat. Also habe ich was passendes genäht.
Ich hab auf die schnelle ein einfaches und kostenloses Schnittmuster gesucht. Hier wurde ich fündig: "Toddler's Fluted Edge Hat"
Und so sieht unsere Version aus:
Die Krempe habe ich mit Vlies verstärkt und ein Gummiband angenäht damit er nicht davonweht.
Da man die Krempe nicht separat annähen muss, entfällt ein mühsamer Arbeitsschritt. Schnell genäht, schick und erfüllt seinen Zweck.

Anleitung für eine Malschürze

Für den Kindergarten musste Tochter eine Malschürze mitbringen. Das vorgeschlagene, alte Herrenhemd fand ich aber irgendwie zu fad, also setzte ich die Sache folgendermassen um:
 Vorlage war der Schnitt "Falten-Raglanshirt" der erbsenprinzessin, welches ich auch schon genäht hatte. Dieser Schnitt eignet sich aus zwei Gründen super: Er ist schön weit geschnitten, und durch die Falten am Vorderteil ist dieses breiter als das Rückenteil (dadurch ein besserer Schutz durch das Wachstuch) und der Halsausschnitt ist schön weit. Ich habe einfach die nächste Grösse gewählt, damit es sicher genug gross ist und auch über Winterkleidung passt.
Den Schnitt habe ich Folgendermassen angepasst:
Am Vorderteil habe ich den Halsausschnitt begradigt, da hier keine Falten genäht werden, sondern der Ausschnitt mit einem Gummiband gerafft wird. Dafür habe ich aus einem Stoffstreifen (etwas mehr als doppelte Breite des Gummibandes) einen Tunnel angenäht. Der Knopflochgummi zur Weitenregulierung ist nicht unbedingt notwendig.
Den Ärmel habe ich nach gutdünken im oberen Drittel geteilt. Hier empfiehlt es sich, da der Stoff nicht dehnbar ist, den Ärmel gerade zuzuschneiden und nicht wie im Schnittmuster verjüngend. (Was ich nicht bedacht habe, nun ist es etwas knapp, dass ihre Hand durch passt). Am Saum auch hier wieder ein Tunnel (genügend Nahtzugabe beim Zuschneiden bemessen) mit einem Gummiband.
Zum Material:
Es kam Wachstuch (günstig bei Ikea gekauft) und normale Baumwolle (auch von da) zum Einsatz. Das Wachstuch an Vorderteil und Ärmeln: schützt zuverlässig vor jeglicher Farbe, Klebstoff usw. und lässt sich problemlos abwischen. Die Baumwolle im Schulterbereicht und am Rücken macht das ganze atmungsaktiv und angenehm zu tragen.
Hinten kam noch wie vorgeschrieben eine Schlaufe dran, und ihren Namen drauf gebügelt. Fertig.

Stars

Endlich war wieder mal etwas für mich dran. In Afrika hatte ich angefangen mit diesem selbst entworfenen Schnitt, und ich wollte dieses Projekt endlich fertigstellen.

Ich habe hier einen "Verschluss" eingebaut, den man in Afrika öfter sieht: Auf der Höhe der engsten Stelle (hier die Taille)wird ein verdeckter Reissverschluss eingenäht, der aber nicht bis zum Saum reicht. An- und Ausziehen erfordert so eine gewisse Beweglichkeit, und das Ganze könnte einen halben Zentimeter weniger eng sein...


Bei Gelegenheit werde ich mal den Entwurf dieses Schnittes erklären. Es ist keine Hexerei und das Resultat gefällt mir sehr gut.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Happy Birthday

Ich nähe ja meistens für meine Tochter. Und diesen einen Stoff wollte sie unbedingt vernäht haben.

Und sie hat Geburtstag. Und sie will fast ausschliesslich Röckli anziehen. Und ich hatte extra für sie schönen Stoff mit "brillant" gekauft.
Schon lange wollte ich ausserdem Feliz ausprobieren. Wieder einmal ein Schnitt der toll mitwächst.
 Happy Birthay meine liebe kleine grosse Maus!


Ach, das Kleidchen hat mich wieder Mal ein paar Nerven gekostet. Nachdem das halbfertige Röckli wirklich sehr eng sass und auch überhaupt nicht übereinstimmte mit den Massangaben in der Anleitung, ging ich auf Fehlersuche. Ja, doof auch, wenn man die Seitenteile und die Bänder einfach statt im Bruch zuschneidet.

Da ich ja nun ganz viele, afrikanische Stoffe lagernd habe, sind da noch einige farbenfrohe Projekte geplant. Aber mist, mein Tag hat nur 24 Stunden.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Gekäst

Heute geht es mal nur ganz am Rande um ein Stücklein Stoff.
Ja, nach einem Monat sind die Maschinchen immer noch verpackt im Karton... und auch nicht die einzigen Kartons, die hier so herum stehen... 

Aber, wir haben trotzdem was tolles produziert:
Paneer (sprich: Panir)
Indischer Käse

Nachdem Tochter beim kalten Znacht gefragt hat, wo der Käse her kommt (eigentlich fragt sie einfach bei allem, von welchem Tier es ist), haben wir entschieden, zusammen mal zu schauen, wie man Käse herstellt. Und ich habe schnell rausgefunden, dass man dafür nicht in die Käserei gehen muss, sondern nur ein bisschen Zeit braucht.

Wir haben also Vollmilch (möglichst hoher Fettanteil) und Zitronen eingekauft. 

Ich hab eine Mullwindel herausgesucht (jeder Haushalt mit Kindern führt so was) und schon ging's los:
Zitrone auspressen geht auch mit Kinderhänden, mit der Kraft für den letzten Tropfen muss man noch etwas nachhelfen.

Dann wurde die erhitzte (nicht kochende) Milch kräftig gerührt. 

Und das Tolle für Kinder: der Zitronensaft (man kann auch Joghurt oder Essig nehmen) wird "löffelweise" zugegeben. Welches Kind "löffelt" nicht gern? Irgendwann ist dann der Käse ausgeflockt 

und man konnte ihn über dem Tuch/Löcherbecken sammeln und abtropfen lassen. 

Richtigerweise würde man den Käse dann noch etwas pressen. Das hab ich aus Ungeduld im Tuch von Hand gemacht (Vorsicht: heiss!), aber man kann auch eine Schüssel mit Wasser drauf stellen (noch im Tuch und Sieb liegend). So wird restliche Flüssigkeit rausgepresst und der Paneer kriegt eine festere Konsistenz. Man kann von dem Käse sofort probieren, ihn aber im Kühlschrank auch gut eine Woche aufbewahren. Verwenden als Frischkäse, in indischen oder anderen Gerichten. 

Aus der Molke die übrig blieb, habe ich dann gleich noch Molke-Natron-Brötchen gebacken. Die schmecken leicht käsig-milchig und waren trotzdem lecker mit einem Stück Schokolade zum Zvieri. Die sind auch so schnell gemacht, das lohnt sich allemal statt die Molke weg zu schütten.

Aus der Molke kann man auch sonst noch so allerhand machen (Gesundheitsdrink, Molkebad, etc.), oder sie grad pur trinken. Das soll gesund sein ;-)